Gedanken nach dem Besuch im KZ Dachau

Geschrieben von NK

Sehr geehrter Herr Leslie Schwartz,

heute habe ich mit meiner Klasse die Gedenkstätte des KZ Dachau besucht. Wir haben das Gelände beschritten und die nachgebauten Baracken besichtigt. Ich habe versucht mir vorzustellen, wie eng und dicht an dicht, es sich angefühlt haben muß, in einer dieser am Ende vollkommen überbelegten Stuben. Es ist mir nicht gut gelungen, da ich so etwas zum Glück noch nie erlebt habe. Von Privatsphäre keine Spur, kein Mensch mehr – nur noch eine Nummer. Am schlimmsten empfand ich die Krematorien, wo man noch eine Spur von Asche in der Luft erahnen konnte. Und die Vorstellung, dass ein kleines Krematorium nicht ausreichte, um all die Leichen zu verbrennen, sodass ein größeres gebaut werden mußte. Erschüttert hat mich auch, als ich erfahren habe, dass in Dachau Experimente durchgeführt wurden, in denen getestet wurde, wie lange ein Mensch in Eiswasser überleben kann.

Nach all diesen Zumutungen, ja Anschlägen, die Sie erlebt und überlebt haben, finde ich es unsagbar bewundernswert, dass Sie den Kontakt zu der jüngeren Generation halten, Schulen besuchen und über Ihre Vergangenheit berichten – alles, um so einen Wahnsinn nicht noch einmal passieren zu lassen und nie zu vergessen.

Hochachtungsvoll
Marie Huber