Projekt der Klasse 6a mit dem Nationaltheater München

|
Geschrieben von TS

Oper.Über.Leben – Eine Kurzeinführung zu LA BOHÈME

Ohne zu wissen, was auf uns zukommt, und ohne Aussicht auf Erfolg meldete ich meine Klasse mit dem Einverständnis der Schüler bei diesem Projekt an. Drei Wochen später bekamen wir dann die Zusage, was uns sehr stolz machte, und das Abenteuer „Oper“ konnte beginnen.

Zunächst durften wir an einem Vormittag hinter die Kulissen der Oper blicken. Wir bekamen eine Führung und sahen die größte Opernbühne Europas, deren Ausmaß man erst hinter der Bühne erkennen kann. Außerdem begutachteten wir Requisiten, zum Beispiel ein Bierglas, welches mit Plastikbier gefüllt ist, einen Kronleuchter, der aus 70.000 Einzelteilen besteht und vor allem den Königsaal. In diesem Raum würde unsere Präsentation, eine kurz gespielte Einführung über die Oper „La Bohème“, stattfinden. Interessant für uns waren auch der Graben, in dem die Musiker spielen, die Garderobe einer Operndiva und der Platz der Souffleuse.

Frau Ziegler, die Theaterpädagogin des Nationaltheaters und Anna, ihre Praktikantin besuchten uns an zwei Vormittagen in unserem Klassenzimmer. Hier brachten sie uns den Inhalt der Oper „La Bohème“ näher und wir schrieben selbst Dialoge zu den einzelnen Szenen. Diese übten wir dann in Gruppen ein, was sehr viel Spaß machte, aber zeitweilig auch anstrengend war, da dies viel Konzentration und Disziplin von uns abverlangte.

An zwei weiteren Vormittagen fuhren wir dann ins Nationaltheater, um weiter an unserer Präsentation zu feilen. Schließlich sollte die Präsentation auch mit kurzen musikalischen Stücken versehen werden. Hier halfen uns Felix, ein Geiger des Opernorchesters und Tobias, ein Mitglied des Chores des Nationaltheaters. Wir lernten ein Lied und jeder von uns durfte in mehreren Stücken mit einem Instrument spielen. Drei Schüler rappten sogar. Zum Schluss bekamen wir noch Kostüme und Requisiten und setzten alles Gelernte zu einer Präsentation zusammen. Am Ende waren wir ausgelaugt, aber auch glücklich, da wir das Gefühl hatten, etwas Tolles geschaffen zu haben. Zur Belohnung sang uns eine Opernsängerin noch ein Lied aus der Oper „La Bohème“ vor. Einige erschraken richtig, ob der Lautstärke. Wir waren tief beeindruckt und konnten sie anschließend noch befragen.

Am 18.12.2019 war es dann soweit, dies war der Tag unserer Präsentation und der „Belohnung“, denn wir durften uns die Oper „La Bohème“ in der regulären Abendvorstellung ansehen. Doch zunächst war noch die Generalprobe, alle waren ziemlich aufgeregt, aber wir konnten uns bei den Proben noch einmal steigern. Das Publikum bestand aus ca. 80 Zuschauern, einige Eltern waren auch dabei, die Präsentation lief wie am Schnürchen und wir wurden fünfmal zum Applaus gebeten.

Dann gingen wir in die Vorstellung und hatten Plätze in den ersten drei Reihen. Wir fühlten uns sehr geehrt, so tolle Plätze zu haben, die normalerweise 130 € kosten. Alle Schüler waren mucksmäuschenstill und verfolgten gebannt die Oper. Es war ein unvergessliches Erlebnis für alle. Toll war auch, dass einige von uns auf die wirklich gelungene Präsentation von Zuschauern angesprochen wurden, das machte uns richtig stolz. Um 23.30 Uhr waren wir dann ganz k.o., aber glücklich in Freising zurück.

Am nächsten Tag kamen dann noch einmal Frau Ziegler und Anna zu einer Nachbesprechung zu uns an die Schule. Wir waren uns alle einig, dass dies ein rundum gelungenes Projekt war, bei dem wir viel gelernt haben. Auch die Oper hat uns wirklich gut gefallen, obwohl sie in italienischer Sprache war, was aber nichts ausmachte, da wir uns durch unsere Einführung 1A auskannten.

Für mich als Lehrerin war es am schönsten, die ständige Weiterentwicklung der Schüler und Schülerinnen zu beobachten, die am Ende Dinge schafften, die sie am Anfang nicht von sich erwartet hätten. Mit eiserner Disziplin und viel Freude verfolgten sie ihr Ziel und rückten als Klassengemeinschaft noch näher zusammen. Jeder einzelne kann stolz auf sich sein!
Vielen Dank auch an das Nationaltheater und an alle anderen, die an dem Projekt beteiligt waren.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.